Riffs und Rituale

Electric Wizard, Seth, Neptunian Maximalism und Noctem führen euch durch die Dunkelheit der Juninacht – jeder auf seinem eigenen Pfad.

Electric Wizard
Ihr Livealbum benannten sie – nach einem eigenen Song aus dem Jahr 2007 – „Black Magic Rituals & Perversions“. Es gibt nur wenige Platten auf der Welt, deren Titel ihren Inhalt so ehrlich und erschöpfend beschreiben. Die Auftritte von Electric Wizard sind tatsächlich Rituale, in denen pechschwarze Doom-Riffs zugleich Liturgie und Kultobjekt sind, während der Altar aus den frühen Alben von Black Sabbath, kultigen Hammer-Horrorfilmen und den Erzählungen von H. P. Lovecraft errichtet wurde. Die Briten kehren zum Mystic Festival zurück, um erneut eure schlimmsten Albträume in euren Köpfen zu säen.

Seth
Das letzte Album von Seth – „La France des Maudits“– erzählt mit Klang, Wort und Bild von einem verfluchten Frankreich, blutüberströmt und erstickt von Feuer und Glut. Man muss jedoch zugeben, dass das Land an der Loire mit zahlreichen Talenten für Black Metal gesegnet ist, und die Band aus Bordeaux zählt zu den dortigen Pionieren der schwarzen Kunst. Die Musik von Seth ist brutal und wütend, wie sie sein sollte, fängt zugleich aber Charakter und Komplexität der französischen Kultur perfekt ein.

Neptunian Maximalism
Nicht so sehr eine Band, sondern ein Musiker*innenkollektiv mit fließender Besetzung, versammelt um den Multiinstrumentalisten Guillaume Cazalet. Angeblich aus Belgien – tatsächlich jedoch auf einer ununterbrochenen Reise durch unerforschte Kontinente und unbenannte Galaxien. Der Stil von Neptunian Maximalism ist eine unmögliche und doch existierende Verbindung aus Drone Metal, Doom, Free Jazz, Ambient und dem musikalischen Erbe des Orients. Dieses Konzert kann euch verändern.

Noctem
Die Spanier von Noctem dienen der Nacht seit einem Vierteljahrhundert. In ihrer Musik wird blackmetallisches Gift durch brutale Death-Metal-Kraft verstärkt. Die Botschaft basiert auf einer im Genre nicht seltenen Verbindung aus Misanthropie und Faszination für das mythische und historische Erbe vergangener Zeiten. Die Konzerte? Hier ist die Sache einfach: Niemand kommt hier lebend heraus.